Die Rückkehr in die Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL) war ein Kraftakt. Ein halbes Jahr später steht die männliche U19 der Mitteldeutschen Basketball Academy (MBA) vor der nächsten schweren Prüfung: Sie will mit allen Mitteln die Klasse halten. Deshalb umweht jedes Spiel in der NBBL-Abstiegsrunde die Aura eines Endspiels. Am Sonntag (13 Uhr, Sporthalle Quartiersschule Ihmelsstraße, Leipzig) empfängt das Team von Trainer Darren Stackhouse die Rhein-Neckar Metropolitans aus dem Großraum Mannheim.
Wenn sich der MBA-Coach eines für sein Team im neuen Jahr gewünscht hat, dann ganz sicher: Gesundheit. Das Verletzungspech zog sich bislang wie ein roter Faden durch die Saison und sorgte dafür, dass diese talentierte Mannschaft keinen Rhythmus entwickeln konnte. Auch beim Auftakt in die Abstiegsrunde fehlten wieder Leistungsträger. Dennoch hielt die MBA bei der TS Jahn München, dem vermeintlich stärksten Gegner, über weite Strecken sehr gut mit. Aus dem Auftritt bei der 86:98-Niederlage ließ sich viel Positives schöpfen. Doch Stackhouse weiß genau, dass beim Kampf um den Klassenerhalt am Ende nur Ergebnisse zählen. Mit zwei mitgenommenen Siegen rangiert sein Team derzeit nur knapp vor den Abstiegsrängen. Und so liegt der volle Fokus darauf, am Sonntag die nächsten Punkte einzufahren. „Das ist ein Must-win-game für uns“, macht der MBA-Trainer deutlich.
Die Metropolitans hatten die Hauptrunde in der Gruppe Süd mit einer ausgeglichen Bilanz abgeschlossen und vier Siege mit in die Abstiegsrunde genommen. Dort kassierten sie zum Auftakt etwas überraschend eine 79:86-Heimniederlage gegen die Dresden Titans. Allerdings warnt Stackhouse eindringlich davor, den Gegner zu unterschätzen: „Die Metropolitans mussten in dieser Partie auf ihren wichtigsten Spieler verzichten. Mit ihm geht es vielleicht anders aus.“ Den Ausfall des 2,02 Meter großen Centers und Rim Protectors Besim Kabashi konnten die Gastgeber nicht kompensieren. Daran änderten auch die 36 Punkte von Aufbauspieler Jacopo Nitti nichts.
Was das Spiel am Sonntag besonders interessant macht, ist die unterschiedliche Konstruktion beider Teams. Während die MBA sehr guardlastig aufgestellt ist, verfügen die Mannheimer über viele großgewachsene Spieler um die zwei Meter. Das Erfolgsrezept für die MBA lautet deshalb: Aggressive Verteidigung und schnelle Transition. Stackhouse setzt zudem auf den Heimvorteil: „Unser Gegner hat eine weite Anreise. Und wir spielen in Leipzig, wo wir meistens trainieren.“
WNBL-Team greift nach den Playoffs
Ihr internes Ziel für die erste Saisonhälfte hat die weibliche U18 der MBA bereits erreicht. Durch den souveränen 65:46-Heimerfolg gegen die Girls Baskets Braunschweig-Wolfenbüttel brachte das Team von Trainer Stijn van Duijn vor Wochenfrist den dritten Saisonsieg unter Dach und Fach. Nun ist am letzten Vorrundenspieltag sogar noch der Sprung auf einen Playoff-Platz möglich. Voraussetzung dafür ist ein eigener Sieg am Sonntag um 14 Uhr beim Tabellendritten BASS Berlin und eine Niederlage des Hauptrivalen TuS Lichterfelde gegen den Tabellenzweiten SC Rist Wedel.
Es wäre das i-Tüpfelchen einer starken Entwicklung, die vor Saisonbeginn in diesem Maße nicht unbedingt vorauszusehen war, nachdem in Chinaza Ezeani und Daria Ilies die beiden Topspielerinnen die MBA im vergangenen Sommer verlassen hatten. Dafür sprangen andere erfolgreich in die Bresche, was sich auch daran ablesen lässt, dass in Elisabeth Böhlert, Alicia Rosanke und Lisa Hoppe gleich drei MBA-Spielerinnen für die Wahl zum WNBL-All-Star-Game berücksichtigt wurden. Die MBA kann am Sonntag befreit aufspielen und sich von der Erinnerung ans Hinspiel beflügeln lassen. Anfang November gelang gegen den Favoriten ein dramatischer 69:67-Heimsieg nach Verlängerung.
Spielerentwicklung im Fokus: JBBL-Team reist unbeschwert nach Berlin
Im dritten Jahr nacheinander feierte die männliche U16 der MBA durch den Einzug in die Hauptrunde den vorzeitigen Klassenerhalt in der Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL). Die Saison wird definitiv mit Playoff-Spielen enden, und das ist für sich schon ein großer Erfolg. Dass die Hauptrunde mit vier Niederlagen nacheinander begann, ist für die MBA deshalb zu verschmerzen. Der Fokus liegt in dieser Phase der Saison auf der Entwicklung, die Ergebnisse sind zweitrangig. Dabei richtet sich der Blick auch schon auf die kommende Saison, wenn der aktuell jüngere Jahrgang 2011 mehr Verantwortung schultern muss. Beim jüngsten 63:85 gegen Göttingen feierte Hagen Senf sein JBBL-Debüt, auch Vincent Meyer-Pinger, Heiner Münnich und Constantin Orlowsky erhielten zuletzt deutlich mehr Einsatzzeit als noch in der Vorrunde. Die kommenden Wochen werden weitere Debüts bereithalten und zeigen, wie viele talentierte Basketballer diese Region zu bieten hat. Am Sonntag (13 Uhr) ist das Team von Trainer Alvaro Zuniga beim Friedenauer TSC gefordert.
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