JBBL-Team verliert Derby-Thriller

Niclas Schwipper (am Ball), hier im Duell gegen Jena, überzeugte bei der MBA mit einem Double-Double. Foto: Hartmut Bösener

Dieses Derby bot Intensität, Leidenschaft und Spannung bis zur letzten Sekunde. Die U16 der Mitteldeutschen Basketball Academy (MBA) und Team Halle lieferten sich in Leipzig über 40 Minuten ein packendes und hochemotionales Duell in der Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL). Am Ende jubelten die Gäste über einen hart erkämpften 64:62 (41:35)-Sieg.

Zu Beginn des letzten Viertels sahen die Hallenser beim Stand von 60:49 schon wie der sichere Sieger aus, doch die MBA steckte nicht auf und mobilisierte die letzten Energiereserven. Mit einem 9:0-Lauf arbeitete sie sich auf 58:60 heran. Zwar konterte Darian Amtmann mit einem Dreier zum 63:58 für Halle, der Widerstand der Gastgeber war damit aber immer noch nicht gebrochen. Zehn Sekunden vor Schluss ergab sich nach einem Defensivrebound sogar noch die Chance für einen Angriff zum Ausgleich. Schnell trieb die MBA den Ball nach vorne, ein ungenauer Pass verhinderte allerdings das mögliche 64:64. Zwar ließ Halles überragender Guard Till Gollmann (26 Punkte) auf der Gegenseite zwei Freiwürfe liegen, doch die Restspielzeit von 2,7 Sekunden reichte den Gastgebern nicht mehr für einen erfolgversprechenden Wurf. Mit 23 Punkten avancierte Jakob Spalke zum besten Korbschützen der MBA, allerdings fiel sein Dreier nicht wie gewohnt (1/10). Niclas Schwipper (12 Punkte, 14 Rebounds) und Fabian Hase (10 Punkte, 14 Rebounds) verzeichneten ein Double-Double.

Der Sieg der Hallenser war keinesfalls unverdient, lagen sie doch über weite Strecken der Partie vorne. Sie starteten mit mehr Energie und erspielten sich im ersten Viertel eine 22:15-Führung, von der sie fortan zehrten. Die MBA hatte ihre besten Momente, wenn sie ins Laufen kam. Meist wurden die Schützlinge von Trainer Alvaro Zuniga jedoch ins Halbfeldspiel gezwungen. Eine Wende bahnte sich zu Beginn der zweiten Halbzeit an, als die Gastgeber den 35:41-Pausenrückstand mit einem 9:0-Lauf in eine 44:41-Führung umwandelten. Halle ließ sich jedoch nicht beeindrucken und eroberte die Führung schnell zurück. Mit dem vierten Saisonsieg katapultierte sich das Team von Trainer Marcus Brambora unter die ersten Drei und sicherte sich so ein Ticket für die Hauptrunde. Dagegen muss die MBA selbst dann, wenn sie das finale Vorrundenspiel am 30. November bei Schlusslicht Rockets Gotha gewinnt, mit hoher Wahrscheinlichkeit den Gang in die Relegationsrunde antreten. Nur wenn Braunschweig bei seinem letzten Spiel in Wolfenbüttel patzt, könnte die MBA den für sie ungünstigen Dreiervergleich mit Halle und Braunschweig verhindern. Als Gruppensieger zeichnet sich Science City Jena ab.

„Wir haben es zu keinem Zeitpunkt geschafft, die Kontrolle in diesem Spiel zu erlangen. Normalerweise gelingt uns das über hohen Druck und Ballgewinne in der Defensive“, sagte MBA-Coach Zuniga. „In der ersten Hälfte hatten wir defensiv keinen Biss. Vor allem Till Gollmann hat uns viele Probleme bereitet. Offensiv haben wir gegen Halles Verteidigung zu selten Lösungen gefunden.“ In Gotha geht es nun darum, das Selbstvertrauen für den zweiten Saisonabschnitt zurückzuerlangen.

Ersatzgeschwächtes NBBL-Team verliert in Chemnitz

Eine Derbyniederlage musste auch die U19 der MBA einstecken. Das Team von Trainer Darren Stackhouse unterlag in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL) bei der Niners Chemnitz Academy mit 69:87 (36:39). Mit den zum Bundesliga-Kader des SYNTAINICS MBC zählenden Mika Siegert und Abdul Wafa musste die MBA einmal mehr auf zwei Leistungsträger verzichten. Dennoch gelang es den Gästen, in der ersten Halbzeit ein Duell auf Augenhöhe zu erzwingen, ehe die Chemnitzer im dritten Viertel (25:9) vorentscheidend davonzogen. Dabei spielten die Gastgeber wie schon im Hinspiel (81:54) ihre Vorteile auf den großen Positionen aus. So verzeichneten Ex-MBA-Spieler Alfons Milatz und Christopher Wahren ein Double-Double. Bei der MBA avancierte erneut Matteo Kossira mit 19 Punkten zum Topscorer, Nathan Westphal kam auf 16 Zähler. Bei seinem Comeback nach langer Verletzungspause erzielte Mohamed Ibrahim neun Punkte.

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